
Seléstat, Colmar und Neuf-Brissach
Sélestat
Im Schatten von Straßburg findet man das kleine Städtchen Sélestat. Nachdem wir den großen völlig leeren Parkplatz für Touristen gefunden hatten, machten wir uns mal wieder in Richtung Stadtzentrum auf. Vorbei an der "Bibliothèque Humaniste" kamen wir zu den beiden Kirchen "St-Foy" und "St-Georges". Bei diesen handelt es sich um ein romanisches und einer gotisches Bauwerk. Wie das auch in Italien in einigen Kirchen üblich ist wurde in beiden Kirchen etwas Musik gespielt um die großen Besucheranstürme (okey wir waren die einzigsten...) dazu zu bringen die kirchliche Atmosphäre zu achten. Die beiden Kirchen an sich sind gut dazu geeignet, um nach dem ganzen herumlaufen und vor allem Auto fahren wieder zur Ruhe zu kommen. Außerdem sind sie beide schön anzuschauen...
Bei unserem weiteren Spaziergang durch Sélestat kamen wir dann auch noch an einem mittelalterlichen Stadttor und ein paar ganz netten Plätzen und Gassen vorbei.
Colmar, oder klassisch Elsass?
Klein Venedig mitten in Colmar.
Nächster Punkt der Tagesordnung war Colmar. Dieses erreichten wir auch schon kurze Zeit später – natürlich mit dem Auto.
Im Nachhinein würde ich sagen: "Colmar? Das ist klassisch Elsass!", wobei man das wohl kaum behaupten kann, denn der Elsass lebt ja auch von der Vielfältigkeit der verschiedenen Orte, die ein Ort alleine gar nicht fassen kann. Außerdem ist es offensichtlicher Weise nicht möglich all die Natur, angefangen von den Weinbergen, bis hin zu den Wäldern und Gewässern an einem Platz zu bündeln...
Erster Anlaufpunkt in Colmar war "Petit Venice". Den Namen hat es wohl vor allem den vielen Häusern und Brücken direkt am Fluss zu verdanken. Wenn man im Sommer in einem kleinen Boot auf der Ill fährt, könnte man es bestimmt echt mit Venedig verwechseln. Die Besondere Schönheit dieses Platzes macht wohl die Kombination aus Fachwerkhäusern, Restaurants, und vor allem dem beruhigenden Wasser aus.
Beim weiteren erkunden der Stadt wurde uns klar, wie touristisch auch diese Stadt ist. Nicht nur das sogar an einem verregneten Ostersonntag Berge an Touristen anzutreffen sind, nein auch die große Dichte an Lokalen mit gehobenem Preisniveau ist für mich ein eindeutiges Zeichen dafür. Nach einer Straße, die man irgendwie auch als touristische Fußgängerzone abstempeln könnte gelangten wir dann zu einer Kirche in der gerade ein österlicher Gottesdienst abgehalten wurde. Beim Verweilen in diesem Gottesdienst stellte ich die verblüffende Ähnlichkeit zu unseren Gottesdiensten zu hause fest. Nicht nur das hier auch die Kirche voll mit "Osterkirchgängern" (also solchen Leuten die nur Ostern und Weihnachten in die Kirche gehen) war, nein auch hier wurde ein Kind getauft. Ungewohnt war hingegen für mich das hier "komischer Weise" alles auf Französisch war, aber vor allem das die Gesänge von einer Vorsängerin übertönt wurden.
Von hier aus liefen wir nach Ende des Gottesdienstes weiter zum Museum "Unter den Linden". Das in einem ehemaligen Kloster untergebrachte Museum beherbergt den Isenheimer Altar, einige Griechische Ausgrabungen und die Elsässische Kunst der Bauernmöbel. Es gehört wohl einfach dazu das man hier mal durchläuft und sich kulturell bilden lässt :-) (Ist aber eigentlich auch ganz schön hier drin gewesen...)
Auf der Suche nach einem Picknick-Platz
Nach dem das Wetter immer noch nicht so richtig gut war und ich es nicht schaffte meine beiden Mitreisenden aus einem moralischen Tief ("setzt mich morgen an einem Bahnhof ab, ich will hier weg") herausholen konnte brachen wir hier unseren Colmar Besuch ab. Viel hätte es wohl eh nicht mehr zu sehen gegeben.
Um unseren Hunger zu stillen fassten wir jetzt den Plan uns am Rhein ein schönes Plätzchen für eine Brotzeit (für alle die das nicht verstehen: Das ist das Gleiche wie gemütlich etwas essen) zu suchen. Am Rhein wurden wir nicht fündig, und so setzten wir uns einfach in ein lichtes Waldstück in der Nähe der Straße irgendwo im Nirgendwo....
Ich schreibe einen Reiseführer und das muss rein
Die Festungsanlagen von Neuf-Brissach.
Auf der Fahrt zurück nach Colmar fanden wir völlig unerwartet etwas abseits von der Straße ein paar große Mauern die unsere Neugierde weckten. Im Reiseführer zum Elsass war hier nichts vermerkt, was konnte es also sein? Wir fuhren also hin stellten fest das es sich um ein Städtchen mit vollständiger Stadtmauer handelte. So etwas hatte ich bis Dato noch nicht gesehen. Überall wo ich bis jetzt war fehlten entweder schon große Teile aus der Mauer oder die Mauer war irgendwo mitten in der Stadt. Bei dieser Befestigungsanlage waren aber tatsächlich alle Häuser innerhalb...
Beim erkunden der Stadtmauer und der vielen Gräben, Gänge und Räume lernten wir das es sich um Neuf-Brissach handelte. Schon Ludwig der 14, Frankreichs berühmter Sonnenkönig hatte hier angefangen eine gigantische Festung zu bauen. Insgesamt 17 Kilometer Mauerwerk umgeben die Stadt und schützten Sie in verschiedenen Deutsch-Französischen Auseinandersetzungen. Dabei blieben die Bauwerke sogar unversehrt! Nur als man später die Stadt für den Schwerlastverkehr freigeben wollte mussten ein paar Torbögen und die ursprünglichen hochziehbaren Hängebrücken weichen.
Alles in einem war die Erkundung der barocken Festung einfach das Richtige um die Stimmung um Meilen zu heben und um den Nachmittag ausklingen zu lassen.
Sonnenuntergänge sind doch was schönes...
Sonnenuntergang mit Vogesen.
In Colmar war das Etap Hotel im Zentrum schon ausgebucht, und so fuhren wir zurück bis nach Seléstat um hier die Nacht zu verbringen.
Gleich nach der Ankunft sind wir jedoch nochmals weitergefahren um das verbleibende Sonnenlicht noch für einen kleinen Spaziergang zu nutzen. An einer überschwemmten Wiese erlebten wir einen fabelhaften Sonnenuntergang mit sich im Wasser spiegelnden Vogesen. Auch dieser Kontrast zwischen flachen Land und steilen Vogesen ist wohl ein Teil von dem was man als "Elsass" bezeichnet.
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